Start

Heiligabend mit Kindern: 20 Ideen bis zur Bescherung

Zé · Veröffentlicht am 21. Oktober 2026

Am 24. Dezember warten Kinder in Deutschland, Österreich und der Schweiz einen ganzen Tag auf die Bescherung am Abend. Am besten übersteht ihr diesen Tag mit einem einfachen Plan: am Vormittag raus an die frische Luft, am Nachmittag ruhige Ideen für drinnen, vor der Bescherung ein paar Spiele mit der ganzen Familie. Hier sind ein Ablauf für den Heiligabend und 20 Ideen: 5 für draußen, 7 ruhige für drinnen und 8 Spiele.

Ein entspannter Ablauf für den 24. Dezember

  • Vormittag: Ein Erwachsener geht mit den Kindern raus, der andere kümmert sich um Küche, letzte Besorgungen und das Weihnachtszimmer.
  • Mittag: ein schnelles, einfaches Essen. Kleine Kinder machen Mittagsschlaf oder eine Ruhepause, damit der Abend nicht zu früh kippt.
  • Früher Nachmittag: ruhige Ideen am Küchentisch. Die Tür zum Weihnachtszimmer bleibt zu.
  • Später Nachmittag: Viele Gemeinden feiern einen Kindergottesdienst mit Krippenspiel oder eine Christvesper für Familien. Die Zeiten stehen im Gemeinde- oder Pfarrbrief. Geht früh hin, diese Gottesdienste sind oft sehr voll.
  • Dämmerung: auf dem Heimweg die Lichter in den Fenstern anschauen.
  • Abend: Ob es vor oder nach der Bescherung Essen gibt, entscheidet jede Familie. Mit kleinen Kindern darf die Bescherung ruhig früher sein.

Am Vormittag: rausgehen und Energie loswerden

  1. Waldrunde mit Auftrag: Jedes Kind sammelt fünf Zapfen oder kleine Zweige für den Festtisch.
  2. Rodeln oder Spielplatz: Liegt Schnee, ab auf den Schlittenberg. Wenn nicht, tut es auch der Spielplatz, der am 24. meistens leer ist.
  3. Futter für die Vögel: Zapfen in ungesalzenem Pflanzenfett und Körnern wälzen und im Garten oder auf dem Balkon aufhängen.
  4. Natur-Bingo: Draußen zehn Dinge finden: etwas Weiches, Rundes, Duftendes, Winziges, Gelbes, Lautes, Altes, Leichtes, Stacheliges und Glänzendes. Die Challenge stammt aus unserem Buch 100 Challenges ohne Bildschirm und dauert etwa 30 Minuten.
  5. Weihnachtspost austragen: die letzten Karten bei Nachbarn einwerfen oder einen Teller Plätzchen vor die Tür stellen.

Am Nachmittag: ruhige Ideen für drinnen

Jetzt sind die Kinder müde vom Draußen und aufgeregt wegen des Abends. Gut sind Aufgaben, die sie beschäftigen, während die Erwachsenen vorbereiten. Drei davon stammen aus den Welten „Abenteuer“ und „Gemeinsam“ des Buchs mit den 100 Challenges, für Kinder von 7 bis 12 Jahren:

  1. Die Schatzkarte (40 Minuten, ab 2 Spielern): Das Kind zeichnet eine Karte der Wohnung, versteckt einen kleinen erlaubten Schatz und schreibt fünf Hinweise dazu. Gesucht wird nach dem Kaffee.
  2. Escape-Game express (45 Minuten, ab 2 Spielern): Die Kinder verstecken eine Belohnung und bereiten drei Rätsel nacheinander vor: einen Buchstabensalat, eine kleine Rechnung und einen Bildhinweis. Die Erwachsenen müssen es nach der Bescherung lösen.
  3. Familien-Quiz (25 Minuten, ab 3 Spielern): Jeder schreibt drei Fragen zu seinen Vorlieben oder Erinnerungen. Wer kennt die anderen am besten? Ideal, wenn Großeltern oder Paten da sind.
  4. Tischkarten basteln: Namen auf gefaltete Karten schreiben und mit Sternen oder Tannenzweigen bemalen.
  5. Den Plätzchenteller anrichten: Die Kinder verteilen die Plätzchen auf Teller für die Gäste, und eins darf probiert werden.
  6. Die Krippe aufbauen: Stall, Hirten und Tiere aufstellen. Das Jesuskind kommt, je nach Familie, erst am Abend dazu.
  7. Vorlesestunde in der Deckenhöhle: Eine Höhle aus Decken und Kissen, eine Taschenlampe und ein Weihnachtsbuch. Für die Größeren ein Hörspiel.

Spiele für die ganze Familie vor der Bescherung

  1. Weihnachts-Pantomime: Begriffe wie Rentier, Nussknacker oder Schneeballschlacht auf Zettel schreiben, ziehen und ohne Worte darstellen.
  2. Summ das Lied: Einer summt ein Weihnachtslied, wer es zuerst erkennt, summt das nächste.
  3. Ich packe meinen Weihnachtssack: Jeder wiederholt alle bisherigen Dinge und fügt eins hinzu. Bei Kindern unter 6 Jahren reichen fünf Runden.
  4. Wer bin ich? Jeder bekommt einen Zettel mit einer Weihnachtsfigur an die Stirn: Engel, Schneemann, Rentier, Christkind. Mit Ja-Nein-Fragen wird geraten.
  5. Stille Post: Ein Weihnachtswort wird von Ohr zu Ohr geflüstert. Was kommt am Ende an?
  6. Das Wanderpäckchen: Ein kleines Geschenk in vielen Lagen Papier wandert bei Musik reihum. Stoppt die Musik, wird eine Lage ausgepackt.
  7. Was hat sich verändert? Einer schaut sich die Gruppe an und schließt die Augen, jemand verändert ein Detail: Mütze ab, Ärmel hochgekrempelt. Wer findet es?
  8. Glöckchen-Raten: Alle schließen die Augen, ein Erwachsener klingelt irgendwo im Raum mit einem Glöckchen. Wer zeigt in die richtige Richtung?

Soll aus dem ganzen Abend ein Familienwettbewerb mit Punkten werden, hilft unsere Heiligabend-Meisterschaft: Ihr Kapitel „Mit den Kindern“ hat eigene Spiele für die Jüngeren, etwa „Die Schatzsuche des Wichtels“ mit acht Rätseln, die zu Verstecken im Haus führen (für 5- bis 11-Jährige), oder den kleinen Krimi „Das verschwundene Plätzchen“ (für 6- bis 12-Jährige).

Rituale rund um Christkind und Weihnachtsmann

Wer die Geschenke bringt, ist eine Frage der Region und der Familie. In Süd- und Westdeutschland, in Österreich und in der Schweiz kommt meistens das Christkind, im Norden und Osten Deutschlands eher der Weihnachtsmann. In der Schweiz besucht der Samichlaus die Kinder schon am 6. Dezember. Viele Familien kündigen die Bescherung mit einem Glöckchen an: Erst wenn es klingelt, dürfen die Kinder ins Weihnachtszimmer.

  • Die Weihnachtsgeschichte: vorgelesen aus der Bibel oder aus einem Bilderbuch, bevor die Tür aufgeht.
  • Ein Lied zur Bescherung: „Stille Nacht“ wurde am 24. Dezember 1818 in Oberndorf bei Salzburg zum ersten Mal gesungen. Es zu singen, ehe die Geschenke ausgepackt werden, ist in vielen Familien Tradition.
  • Das Erinnerungsglas: Die letzte Karte unseres Adventskalenders mit 24 Familienaktivitäten schlägt vor, dass jeder seinen schönsten Moment der 24 Tage und ein Dankeschön an jemanden aufschreibt. Die Zettel kommen in ein Glas, das erst im nächsten Advent geöffnet wird.

Plan B für müde oder aufgedrehte Kinder

  • Hunger checken: Ein Brot oder ein Apfel am späten Nachmittag hilft oft mehr als jedes Spiel.
  • Fünf Minuten Bewegung: „Der Boden ist Lava“: ein Zimmer durchqueren, ohne den Boden zu berühren, über Kissen und Teppiche.
  • Eine Aufgabe geben: Wer „Wächter der Wohnzimmertür“ ist, fühlt sich wichtig und hat zu tun.
  • Ruhige Ecke: Kissen, Decke, ein Buch oder ein Hörspiel, ohne Pflicht zum Mitspielen.
  • Die Bescherung vorziehen: Es gibt keine Regel, die eine Uhrzeit vorschreibt. Lieber eine fröhliche Bescherung um fünf als Tränen um acht.

Mehr Ideen für die Ferientage danach findet ihr in Kinder beschäftigen ohne Bildschirm, alle Ideen für die Festtage in unserer Auswahl Weihnachten zum Ausdrucken.

Für den Advent, den Heiligabend und die Ferien

Häufige Fragen

Wie beschäftige ich Kinder an Heiligabend bis zur Bescherung?

Teilt den Tag: am Vormittag raus zum Toben, am Nachmittag ruhige Aufgaben wie eine Schatzkarte, Tischkarten oder ein Familien-Quiz, am frühen Abend Spiele für alle. So bleibt die Wartezeit überschaubar.

Wann ist die Bescherung an Heiligabend?

Dafür gibt es keine feste Uhrzeit. Viele Familien bescheren am frühen Abend, nach dem Gottesdienst oder nach dem Essen. Mit kleinen Kindern ist eine frühere Bescherung oft entspannter.

Kommt das Christkind oder der Weihnachtsmann?

Das hängt von der Region und der Familientradition ab. Im Süden und Westen Deutschlands, in Österreich und in der Schweiz ist es meist das Christkind, im Norden und Osten Deutschlands eher der Weihnachtsmann.

Gibt es an Heiligabend ein Kinderprogramm?

Viele Kirchengemeinden feiern am Nachmittag Kindergottesdienste mit Krippenspiel. In einigen österreichischen Städten gibt es Angebote unter dem Motto „Warten aufs Christkind“, etwa in Museen oder Kinos. Schaut in den Veranstaltungskalender eurer Stadt.

Was tun, wenn die Kinder vor Aufregung nicht mehr warten können?

Erst Hunger und Müdigkeit prüfen, dann fünf Minuten Bewegung oder eine kleine Aufgabe geben. Und wenn gar nichts mehr geht: Die Bescherung darf auch früher sein.