Persönliche Ziele im Fußball: 25 Beispiele nach Alter
Zé · Veröffentlicht am 21. Oktober 2026
Ein gutes persönliches Ziel im Fußball ist konkret, messbar und hängt vor allem von dir selbst ab: „Ich fordere den Ball mindestens dreimal mit Handzeichen“ ist ein Ziel, „Ich will besser spielen“ nicht. „Ich gewinne fünf Zweikämpfe am Boden“ lässt sich nach dem Abpfiff überprüfen, „Ich will stärker werden“ nicht. Pro Spiel reicht ein Ziel, für die Saison drei bis fünf. Du schreibst sie auf und schaust nach dem Spiel nach, ob es geklappt hat.
Hier findest du 25 Beispiele, sortiert nach Alter und Position, ein Beispiel über drei Spiele und eine einfache Methode, deine Ziele die ganze Saison im Blick zu behalten.
Warum „ein Tor schießen“ kein gutes Ziel ist
Ob ein Tor fällt, hängt von vielem ab: vom Gegner, vom Torwart, von den Mitspielern, von der Position und ein bisschen vom Glück. Ein Innenverteidiger kommt vielleicht zweimal pro Spiel in die Nähe des gegnerischen Strafraums. Wer sich nur ein Tor vornimmt, kann ein starkes Spiel machen und trotzdem enttäuscht nach Hause fahren. Ein gutes Ziel beschreibt, was du tust, nicht was dir passiert. Es ist:
- Konkret: eine Aktion oder ein Verhalten, keine allgemeine Eigenschaft.
- Messbar: Nach dem Spiel kannst du zählen oder mit Ja oder Nein antworten.
- Machbar: anspruchsvoll, aber in diesem Spiel oder in dieser Saison erreichbar.
- Von dir abhängig: Du kannst es schaffen, auch wenn deine Mannschaft verliert.
- Mit Termin: für dieses Spiel, bis zur Winterpause oder bis zum Saisonende.
Spielziel oder Saisonziel?
Beides gehört zusammen. Das Saisonziel gibt die Richtung vor („Ich spiele auch mit links“), das Spielziel ist ein kleiner Schritt dorthin („Heute spiele ich drei Pässe mit links“). Vor jedem Spiel wählst du ein einziges Ziel. Wer mit drei Zielen auf den Platz geht, hat nach fünf Minuten keins mehr im Kopf.
Für die Saison reichen drei bis fünf Ziele, mindestens eins zur Technik (eine Bewegung, die sicherer werden soll) und eins zum Verhalten (pünktlich sein, Mitspieler anfeuern, nicht mit dem Schiedsrichter diskutieren). Schreib zu jedem Ziel dazu, woran du im Frühsommer merkst, dass du es geschafft hast. Ohne diesen Satz bleibt jedes Saisonziel ein Wunsch.
25 Beispiele für persönliche Ziele
Für 7- bis 9-Jährige (F-Jugend und jüngere E-Jugend)
- Ich rufe „Hier!“, wenn ich frei stehe, mindestens dreimal pro Spiel.
- Ich dribble mindestens zweimal auf das Tor zu, bevor ich den Ball abgebe.
- Ich passe zu einem Mitspieler, der frei steht und ruft.
- Wenn wir den Ball verlieren, laufe ich sofort zurück und helfe.
- Bis zu den Weihnachtsferien schaffe ich zehn Ballkontakte beim Jonglieren, Aufsetzen erlaubt.
Für 10- bis 13-Jährige (E- und D-Jugend)
- Ich spiele mindestens drei Pässe pro Spiel mit meinem schwächeren Fuß.
- Ich nehme den Ball fünfmal so an, dass ich danach nach vorn spielen kann.
- Ich schieße aufs Tor, sobald ich eine Lücke sehe, mindestens dreimal.
- Ich gebe meinen Mitspielern Kommandos wie „Zeit!“ oder „Hintermann!“, mindestens fünfmal pro Spiel.
- Ich bin im November bei jedem Training dabei.
Für 14- bis 17-Jährige (C- bis A-Jugend)
- Ich gewinne mindestens fünf Zweikämpfe am Boden pro Spiel.
- Die ganze Saison keine Diskussion mit dem Schiedsrichter.
- Ich starte mindestens viermal pro Halbzeit in die Tiefe.
- Nach einem Fehler spiele ich die nächste Aktion einfach und sicher.
- Acht von zehn kurzen Pässen kommen an, gezählt von einem Mitspieler auf der Bank oder auf einem Video.
Nach Position
- Torwart: Nach jedem gefangenen Ball eröffne ich flach zu einem freien Mitspieler.
- Torwart: Bei jeder gegnerischen Ecke stelle ich meine Abwehr laut ein.
- Innenverteidiger: Ich bleibe im Zweikampf auf den Beinen, keine unnötige Grätsche.
- Innenverteidiger: Dreimal pro Spiel spiele ich flach ins Zentrum zum Sechser.
- Außenverteidiger: Ich schalte mich pro Halbzeit mindestens dreimal in den Angriff ein.
- Mittelfeld: Vor jeder Ballannahme mache ich einen Schulterblick.
- Mittelfeld: Wenn es geht, spiele ich jeden zweiten Pass nach vorn.
- Flügel: Ich gehe mindestens viermal ins Eins-gegen-eins.
- Flügel: Zweimal spiele ich den Ball von der Grundlinie flach zurück in den Strafraum.
- Sturm: Ich laufe den ballführenden Verteidiger bei jedem gegnerischen Spielaufbau an.
Ziele aufschreiben und verfolgen
- Vor dem Spiel: das Ziel des Tages in einem Satz aufschreiben, dazu deine Position.
- Nach dem Spiel: notieren, ob es geklappt hat, teilweise geklappt hat oder noch nicht, wenn möglich mit einer Zahl.
- Jede Woche: die letzten Seiten lesen und das nächste Spielziel wählen.
- Jeden Monat: die Saisonziele durchgehen, gern mit dem Trainer oder einem Elternteil.
Ein Heft genügt, solange es vor und nach dem Spiel griffbereit ist. Unser Fußball-Tagebuch für 7- bis 13-Jährige hat dafür feste Seiten: fünf Saisonziele mit der Frage, woran man merkt, dass man besser geworden ist, acht Fähigkeiten von Ballkontrolle bis Teamgeist, die am Anfang und am Ende der Saison eingeschätzt werden, und vor jedem der 18 Spiele die Seite „Vor dem Anpfiff“ mit dem Feld „Mein Ziel für dieses Spiel“. Am Saisonende wird jedes Ziel als „Geschafft“ oder „Auf dem Weg“ abgehakt.
Das Fußball-Saisontagebuch für 13- bis 17-Jährige geht einen Schritt weiter: Zu jedem der fünf Saisonziele gehört die Zeile „So messe ich es“. Vor jedem der 25 Spiele steht ein Matchplan mit taktischer Aufgabe und persönlichem, messbarem Ziel, danach kommen Statistik und Bewertungen von 1 bis 10. Die Saisonbilanz schaut auf sechs Bereiche (Technik, Taktik, Athletik, mentale Stärke, Disziplin, Kommunikation), und eine Seite ist für die Bilanz des Trainerteams reserviert.
Beispiel: ein Ziel über drei Spiele
Nehmen wir Jonas, 12 Jahre, D-Jugend, zentrales Mittelfeld. Sein Saisonziel: „Ich spiele im Spiel auch mit links.“ So teilt er es in kleine Schritte auf:
- Spiel 1: Ziel „3 Pässe mit links“. Bilanz: 2 kommen an, einer geht unter Druck verloren. Tipp des Trainers: den Ball schon bei der Annahme nach links mitnehmen, dann bleibt mehr Zeit.
- Spiel 2: Ziel „3 Pässe mit links nach einer Annahme in diese Richtung“. Bilanz: 3 von 3, einer leitet einen Angriff ein.
- Spiel 3: Ziel „5 Pässe mit links, davon ein langer Ball“. Bilanz: 4 kurze kommen an, der lange noch nicht.
- Nach einem Monat: Jonas liest seine Seiten und sieht, dass er bei kurzen Pässen mit links nicht mehr zögert. Der lange Ball mit links wird sein Ziel für den nächsten Monat.
Mehr steckt nicht dahinter: ein Satz vor dem Spiel, zwei Zeilen danach und eine Entscheidung für das nächste Mal.
Die Rolle der Eltern
Eltern helfen am meisten, wenn sie fragen und nicht benoten. Das Ziel wählt das Kind selbst, gern mit einem Hinweis des Trainers; Eltern können dabei helfen, es messbar zu formulieren. Eine Analyse vom Spielfeldrand oder eine Belohnung pro Tor lenkt den Blick wieder aufs Ergebnis. Auf der Heimfahrt passen eher diese Fragen:
- „Welches Ziel hattest du dir heute vorgenommen?“
- „Woran hast du gemerkt, ob es geklappt hat?“
- „Was hat der Trainer dazu gesagt?“
- „Was nimmst du dir fürs nächste Spiel vor?“
Häufige Fehler
- Zu viele Ziele auf einmal: Eins pro Spiel reicht.
- Nur Ergebnisziele: gewinnen, treffen, in der Startelf stehen.
- Zu leichte Ziele, die schon im ersten Spiel geschafft sind, oder zu schwere, die nie klappen.
- Nie nachschauen: Ein Ziel, das man nicht wieder liest, ist nach zwei Wochen vergessen.
- Sich mit Mitspielern vergleichen: Jeder hat eine andere Position und einen anderen Weg.
- Das Saisonziel jeden Monat wechseln: Gib ihm Zeit.
Beide Tagebücher druckst du zu Hause aus, auf einmal oder Seite für Seite im Lauf der Saison. Du findest sie unter Spieler-Tagebücher.
Ziele aufschreiben und abhaken
Häufige Fragen
Welches persönliche Ziel setze ich mir für ein Fußballspiel?
Ein einziges, konkretes Ziel, das zu deiner Position passt: „dreimal aufs Tor schießen“, „fünf Zweikämpfe am Boden gewinnen“, „flach zum Sechser eröffnen“. Schreib es vor dem Spiel auf und prüfe es direkt danach.
Wie viele Ziele sollte man sich für eine Saison setzen?
Drei bis fünf, mindestens eins zur Technik und eins zum Verhalten. Schau jeden Monat nach und behalte sie die ganze Saison, auch wenn eins nur langsam vorangeht.
Ab welchem Alter kann ein Kind sich Ziele im Fußball setzen?
Ab etwa 7 oder 8 Jahren mit ganz einfachen Zielen, die ein Erwachsener mit formuliert. Mit 11 bis 13 Jahren wählen viele ihre Ziele selbst, notieren sie nach jedem Spiel und sprechen mit dem Trainer darüber.
Was tun, wenn ein Ziel nicht klappt?
Dann ist es noch „auf dem Weg“. Schau, woran es lag: zu schwer, keine Gelegenheit im Spiel oder zu wenig geübt. Mach das Ziel kleiner oder übe es im Training und nimm es ins nächste Spiel noch einmal mit.
Was gehört in einen Fragebogen zu Fußball-Zielen?
Drei Fragen genügen: Was will ich in dieser Saison können? Woran merke ich, dass ich es kann? Was mache ich dafür im Training? Dazu eine Einschätzung der eigenen Stärken am Anfang und am Ende der Saison, wie in den beiden Tagebüchern.

