G-Jugend Training: 6 Übungen und Ablauf für Bambini
Zé · Veröffentlicht am 21. Oktober 2026
Ein G-Jugend Training dauert etwa eine Stunde und folgt jede Woche demselben Ablauf: Begrüßung (5 Minuten), Aufwärmspiel (10), Spiel 1 (10), Spiel 2 (10), Abschlussspiel (15) und Ausklang (5). Pro Training gibt es ein einziges Thema, zum Beispiel der Ball, das Tor oder der Mitspieler. Hier findest du diesen Ablauf, das Material und 6 Übungen für Bambini, jede mit der Geschichte, die du den Kindern erzählst.
Ablauf und Spiele stammen aus dem Trainerheft G-Jugend (U6/U7), das 38 solcher Spiele enthält.
Wer spielt in der G-Jugend?
Die G-Jugend (U6/U7), meist Bambini genannt, ist die jüngste Altersklasse im Verein: Kinder von 5 und 6 Jahren, im letzten Kindergartenjahr oder in der ersten Klasse. In der Saison 2026/27 sind das die Jahrgänge 2020 und jünger. In Österreich heißt die Altersklasse U7, in der Schweiz spielen die Kinder bei den Junioren G.
Der Ablauf einer Trainingsstunde
- Begrüßung (5 Min.): jedes Kind mit Vornamen begrüßen, Schienbeinschoner und Trinkflaschen prüfen, das Thema in einem Satz.
- Aufwärmspiel (10 Min.): ein Spiel mit Ball und ohne Wartezeit, zum Beispiel Die kleinen Züge.
- Spiel 1 und Spiel 2 (je 10 Min.): zwei Spiele zum selben Thema.
- Abschlussspiel (15 Min.): ein kleines Spiel, vom 2 gegen 2 bis zum 4 gegen 4.
- Ausklang (5 Min.): ein kleiner Kreis mit der Frage „Was hat euch gefallen?“, ein Wort für jedes Kind, dann gemeinsam aufräumen.
Zwischen zwei Spielen gibt es eine Trinkpause. Die Minuten sind Richtwerte: Bei Kälte, Hitze oder einer müden Gruppe kürzt du ab. Hör mit einem Spiel auf, solange es noch Spaß macht.
Das Material für 8 bis 12 Kinder
- Ein Ball pro Kind, in der Größe, die dein Verein oder Verband vorgibt.
- Markierungsteller und ein paar Hütchen.
- Leibchen in zwei Farben.
- 4 Minitore, gut gesichert oder beschwert; niemand hängt sich daran.
- Einige Reifen für Spiele mit Häusern, Taxiständen oder Zielen.
- Erste-Hilfe-Tasche, Kühlpack und dein Handy mit den Nummern der Eltern.
Bau alles auf, bevor die Kinder kommen, und halte ein Ersatzspiel bereit, falls die Gruppe kleiner oder größer ist als gedacht.
6 Übungen für die G-Jugend
Jede Übung gehört zu einem anderen Thema der Saison. Erzähl zuerst die Geschichte in einem Satz, mach kurz vor und starte.
1. Der Parkplatz (Ich und mein Ball, 8 Minuten)
4 bis 10 Kinder, Feld 14 × 10 m. Eine Startlinie, 9 m davor ein Parkplatz von 2 m Tiefe zwischen zwei Tellerlinien. „Ihr seid Autos: Ihr müsst richtig einparken!“ Jedes Kind dribbelt zum Parkplatz, stoppt den Ball mit der Sohle zwischen den Linien und dribbelt zurück. Zu weit geparkt? Noch einmal, langsamer. Leichter: Parkplatz 3 m tief. Schwerer: nur 1 m tief, oder Start auf das Signal „Schnell!“.
2. Das Überraschungstor (Zielen und treffen, 8 Minuten)
3 oder 4 Kinder pro Station, Feld 14 × 10 m. Zwei Minitore 5 m nebeneinander, 6 m davor eine Schusslinie aus 2 Tellern, die Kinder mit Ball 8 m dahinter. „Das Zaubertor versteckt sich …“ Das Kind dribbelt los, kurz vor der Linie rufst du „Links!“ oder „Rechts!“, und es schießt ins angesagte Tor. Ab 5 Kindern baust du eine zweite Station daneben. Leichter: nur ein Tor, dafür breiter. Schwerer: Du zeigst das Tor nur mit dem Arm.
3. Der versteckte Ball (Eins gegen eins, 6 Minuten)
Paare in Quadraten von 5 × 5 m, ein Ball pro Paar. „Dieser Ball ist ein Schatz: Wir verstecken ihn mit dem Körper!“ Der Sucher versucht, den Ball mit dem Fuß zu berühren; der Verstecker dreht sich, stellt sich zwischen Ball und Sucher und hält den Ball im Quadrat. Du zählst laut bis 10, dann werden die Rollen getauscht. Wichtig: nur den Ball berühren, nie das andere Kind. Leichter: Der Sucher geht nur. Schwerer: Quadrat von 4 × 4 m oder bis 15 zählen.
4. Das Taxi (Zu zweit, 8 Minuten)
6 bis 12 Kinder, Quadrat von 15 × 15 m, Reifen als Taxistände. Die Hälfte sind Taxis mit Ball, die anderen Fahrgäste an einem Stand; ein Stand bleibt frei. Das Taxi dribbelt zu einem Fahrgast und spielt ihm einen kurzen Pass, der Fahrgast stoppt den Ball und wird zum Taxi, das alte Taxi wartet an einem freien Stand. Die Fahrgäste heben den Arm und rufen „Taxi!“. Schwerer: Der Fahrgast ruft ein bestimmtes Taxi beim Namen.
5. Fallende Äpfel (Kleine Torhüter, 6 Minuten)
Paarweise, ein Ball pro Paar, einen großen Schritt voneinander entfernt. „Die Äpfel fallen vom Baum: Die Arme des Torwarts sind ein Korb!“ Der Apfelbaum hält den Ball mit gestreckten Armen und lässt ihn ohne Vorwarnung fallen. Der Torwart fängt ihn nach einmaligem Aufspringen, später vor dem Aufprall, und drückt ihn an den Bauch. Nach 5 Äpfeln wird getauscht. Leichter: Der Apfelbaum ruft „Apfel!“, wenn er loslässt.
6. Das Duo-Spiel (Spielform, 10 Minuten)
8 Kinder in 4 Duos, Feld 15 × 10 m, ein Minitor in der Mitte jeder Grundlinie, ohne Torwart. Zwei Duos spielen 2 gegen 2, die anderen warten am Rand; alle 2 Minuten wird gewechselt. Bei Tor oder Aus bringst du sofort einen neuen Ball ins Spiel. Verteidigt wird im Stehen, ohne Grätsche. Schwerer: Ein Tor zählt nur, wenn beide Freunde den Ball berührt haben.
Eine Idee für die Saison
Wer etwa alle zwei Monate das Thema wechselt, gibt der Saison einen roten Faden. Das Heft schlägt diese Reihenfolge vor:
- September bis Oktober: Ich und mein Ball (dribbeln, Ball stoppen).
- November bis Dezember: Zielen und treffen.
- Januar bis Februar: Eins gegen eins (Ball behaupten, Duelle wagen).
- März bis April: Zu zweit (abgeben, annehmen).
- Mai bis Juni: Spielformen, auch 4 gegen 4 mit Torwart.
Die kleinen Torhüter passen in jeden Zeitraum: ab und zu ein Torwartspiel, und jedes Kind geht mal ins Tor. Wer im Winter in die Halle umzieht, hat dort mit Zielen und Eins gegen eins zwei Themen, die auf kleinem Raum gut funktionieren.
Ansagen, die bei 5- und 6-Jährigen ankommen
- Eine Anweisung nach der anderen: ein Satz, eine Geschichte, eine Demo.
- Die Kinder vor dir, mit dem Rücken zur Sonne, damit alle dich sehen.
- Vornamen: Sprich jedes Kind in jedem Training mindestens einmal mit Namen an.
- Mut loben, nicht nur Tore: „Super, wie du den Ball versteckt hast!“
- Rituale: gleiche Begrüßung, gleicher Teamruf, gleicher Abschlusskreis, jede Woche.
Häufige Fehler
- Lange Schlangen: Mehr als 3 oder 4 Kinder pro Reihe heißt, eine zweite Station aufbauen.
- Drei Minuten erklären, während die Kinder im Gras sitzen.
- Ein Spiel laufen lassen, bis es langweilig wird.
- Kein Abschlussspiel, obwohl es für viele Kinder der Höhepunkt der Stunde ist.
- Ein großes 6 gegen 6, bei dem die meisten Kinder den Ball kaum berühren.
Training in der Halle oder bei Regen
In der Halle bleibt der Ablauf gleich, nur die Felder werden kleiner. Nimm Bälle, die die Halle erlaubt, und verzichte auf harte Schüsse gegen die Wand. Der Spiegel, Die kleinen Züge, Der Parkplatz und Der versteckte Ball funktionieren drinnen gut. Bänke und Geräte kommen vorher an die Seite. Wie du die Kinder vorher in Schwung bringst, zeigen unsere Aufwärmspiele für Kinder.
Alle unsere Trainerhefte für den Kinderfußball folgen diesem Prinzip: eine Seite pro Spiel, mit Geschichte oder Ziel, Dauer, Feld, Material und einer Skizze von oben.
Für die ganze Saison
Häufige Fragen
Wie oft trainiert eine G-Jugend?
Das legt jeder Verein selbst fest, je nach Platz, Hallenzeiten und Zahl der Trainer. Der Ablauf hier funktioniert bei einem wie bei zwei Trainings pro Woche; wichtiger ist, dass die Kinder in jeder Stunde viel am Ball sind.
Wie viele Trainer braucht man für eine G-Jugend?
Mit zwei Erwachsenen geht vieles leichter: Einer erklärt und spielt, der andere baut die nächste Station auf, holt Bälle oder kümmert sich um ein Kind, das gerade nicht mag. Ein Elternteil, das regelmäßig mithilft, ist oft schon die Lösung.
Ab welchem Alter spielt man in der G-Jugend?
Die G-Jugend umfasst die U6 und U7, also Kinder von 5 und 6 Jahren; 2026/27 sind das die Jahrgänge 2020 und jünger. Ob ein Verein auch jüngere Kinder mittrainieren lässt, entscheidet er selbst.
Muss jedes Kind ins Tor?
Am Spieltag der G-Jugend gibt es keinen Torwart: Gespielt wird auf vier Minitore. Im Training lohnt es sich trotzdem, dass jedes Kind mal ins Tor geht, mit kleinen Spielen wie Fallende Äpfel. Zwingen musst du niemanden.

